Numai, Setting – Basar VI

Veröffentlicht von Kranke-Geister am

Wo alles begann, wird es nicht enden.

Vor mittlerweile 6 Jahren wurde auf dem ersten Basar das Drachenpferd (Einhorn) in Numai gefunden und außer Landes geschafft. Es war dieser eine Tropfen, der das Fass des schlafenden Drachen endgültig zum Überlaufen brachte und in letzter Konsequenz dafür gesorgt hat, dass das letzte große Ritual scheiterte und das Erwachen des Drachens nun Unausweichlich erscheint.

In den Wirren eines vom Kriege extrem gebeutelten Landes, das einen großen Teil seiner Bevölkerung an die Traumwesen verlor, in dem nun chaotische Zustände herrschen und in dem es zunehmend an allem fehlt, das zum Überleben notwendig ist, wird es für sehr lange Zeit ungewiss sein, ob es eine Zukunft überhaupt noch gibt.

Kurz bevor die letzten befestigten Bastionen des Landes fielen, befahl der Kalif, dass so viele Numai wie möglich außer Landes flüchten sollten, um den Schrecken des Krieges, der Traumwesen und der drohenden Katastrophe einer Hungersnot zu entgehen.

Eine kleine Gruppe dieser Flüchtlinge versuchte bereits, noch bevor die Hauptstadt fiel und ihr Hafen niedergebrannt wurde, in einem Boot über das Silbermeer zu flüchten. Wie das Schicksal aber nun manchmal so spielt, erlitten sie in einem Sturm wenige Tage nach Beginn ihrer Schiffsreise Schiffbruch und wurden an die Insel Manzil angespült, einem winzigen Eiland inmitten des Silbermeers, das zwar formell aufgrund der Umverteilung nach den großen Ork-Kriegen noch zum numainischen Hoheitsgebiet gehört, das aber noch nie wirklich von einem Vertreter dieses stolzen Volkes betreten wurde, dessen Schiffe ihr Zuhause in der Wüste und nicht auf dem Meer haben.

Die überlebenden Schiffbrüchigen stellten zu ihrem größten Erstaunen fest, dass die Insel nicht unbewohnt war. Vor vielen Jahren war die Mannschaft der “Gebieterische Jungfrau” an eben dieser Küste gestrandet und hatte sich dazu entschieden, sich auf Manzil niederzulassen. Diese Entscheidung wurde vor Allem durch die beiden Umstände geprägt, dass Kapitän Manzotto die letzte Reise seines Schiffs nicht überlebt hatte und keine entsprechenden Regelungen seine Nachfolge betreffend hinterlassen hatte und das der Klabautermann des Schiffs, Jack Nightfire, den alle immer nur Onkel Jack nennen, so langsam in einem Alter angelangt war, in dem er es müde war, beständig über das Silbermeer zu schaukeln und er es sich in den Kopf gesetzt hatte, jetzt einen eigenen kleinen Hafen zu haben und dort seinen Lebensabend schlafend in seinem Schaukelstuhl zu verbringen, den ihm die Schiffszimmerfrau Georgina extra gezimmert hatte.

Da Onkel Jack von allen Mitgliedern der Mannschaft auf nahezu religiöse Weise verehrt wird und auch der Altersschnitt der Mannschaft nicht unbedingt mehr in den Bereich der Jugend gezählt werden konnte, entschieden sie gemeinsam, sich auf der verlassenen Insel niederzulassen, einen kleinen Freihafen mit entsprechender Taverne zu bauen und Onkel Jack das Kommando zu übertragen, anstatt sich weiter die Köpfe über die Nachfolge von Manzotto einzuschlagen und zu versuchen ein neues Schiff zu bauen.

Über die Jahre wurde Manzil zu einem moderat angelaufenen Hafen, dessen Betriebsamkeit der gestrandeten Besatzung ein gemütliches und sorgenfreies Leben ermöglichte.

Und so ließ sich auch die Gruppe numainischen Flüchtlinge hier nieder, um auf den Tag zu warten an dem sie in Ihre Heimat zurückkehren können.

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